Das Projekt

Gebrauchsanweisungen

ein Gemeinschaftsprojekt von ascolta mit Clemens Gadenstätter, Malte Giesen, Neele Hülcker und Benjamin Schweitzer (Komposition) und Anderwald/Grond, Astrid S. Klein, Daniel Kötter und Lillevan (Film)


„Nur wer spielt, kennt den Widerstand der Regel – und den Widerstand gegen die Regel“ – Oskar Pastior.

„Au fond, je me donne des règles pour être totalement libre (Im Grunde gebe ich mir Regeln, um gänzlich frei zu sein)“ – Georges Perec;


Künstler aller Sparten haben oft das Dilemma beschrieben, in dem sie angesichts des stilistischen Pluralismus und der unbegrenzten künstlerischen Möglichkeiten unserer Zeit stecken: Sie müssen in einem Meer an Ideen und beladen mit einem schweren Rucksack an historischer Erfahrung ihre eigene Stimme oder ihre eigene Werkidee entwickeln. Insbesondere müssen sie durch Entscheidungen ihr Material definieren und somit begrenzen, ohne sich Denkverbote zu setzen und damit womöglich ihre Freiheit zu verlieren. 
Was aber geschieht, wenn in einem spielerischen Akt die konstituierenden Entscheidungen nicht selbst getroffen, sondern in Form von Vorgaben von außen herangetragen werden? Wenn die Gemeinschaftsarbeit zu einer Art Gesellschaftsspiel wird?

Das Ensemble ascolta bringt in den Gebrauchsanweisungen je vier Videokünstler/innen und vier Komponist/innen zu einem solchen künstlerischen Spiel an einen Tisch. Es entsteht ein abendfüllendes Gemeinschaftswerk mit völlig neuen Wegen der Zusammenarbeit: Durch Vorgaben und Einschränkungen, welche das Ensemble den Beteiligten vor dem eigentlichen Kompositions- oder Filmprozess auferlegt hat, entstehen vielfältige Querbezüge, Parallelitäten, Kontraste, die schließlich auch formbildend für das Gesamtwerk sein werden. 

Bei der Auswahl der beteiligten Künstlerinnen und Künstler hat das Ensemble darauf geachtet, dass verschiedenste Ansätze vertreten sind: Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die starken Künstlerpersönlichkeiten unter der Einwirkung eines von außen kommenden - formalen wie thematischen - "Magnetfelds“ entfalten und etwas Gemeinsames schaffen, ohne sich dabei gegenseitig in die Karten zu schauen. 

Ausführliche Projektbeschreibung